Muster und Kategorien…

Verhaltensweisen von Frauen und Männern werden in Muster und Kategorien gesteckt, um unseren Nachkommen und Kindern zu erzählen wie etwas „funktionieren soll“. Liegt darin nicht auch ein großer Irrweg? Wo kann sich hier Veränderung ausbreiten und der Mensch sich mit seinem individuellen Wesen ausleben und verwirklichen?

Mädchen bekommen rosafarbene Kleidung angezogen, Jungen blaue Pullover und T-Shirts.
Sie bekommen irgendwann mitgeteilt wie sich verhalten sollen, wenn dies oder das passiert.

Sollten wir nicht viel mehr auf unsere Kinder, ihre Seelen und uns selbst genauso vertrauen, dass unser Herz in der Tiefe genau weiss, was gut für uns und jeden einzelnen ist?

Haben wir so sehr das Vertrauen in uns selbst verloren, dass wir es nicht mal mehr unseren Kindern weitergeben können. Sie sind unsere Zukunft und wenn wir schon sagen sie sollen es besser haben, warum geben wir Ihnen dann Ängste, alte Denkweisen und Denkmuster mit auf den Weg, die sie in ihrer vollkommenen Entfaltung behindern?

11 Gedanken zu “Muster und Kategorien…

  1. Dazu fällt mir dieser Text von Edith Aufdembrinke ein:

    So kommt es, daß…

    … für Kröten Brücken gebaut und Straßen
    gesperrt werden, während selbst Schul- und
    Radwege für Kinder oft Lebensgefährlich sind
    … beim Bau von Häusern stets Autostellplätze
    mit eingeplant werden müssen (aber keine
    familiengerechten Wohnungen)
    … Garagen größer sind als Kinderzimmer
    … in Hamburg Kinderspielplätze zugunsten von
    Hundeauslaufflächen abgebaut werden
    … wir gegen Kinderarbeit und -unterdrückung in
    Drittweltländern spenden, uns aber gleich-
    zeitig seelenruhig auf den Schultern unserer
    eigenen Kinder ausruhen (Generationenvertrag)

    … Die am 5. April 1992 für Deutschland in Kraft
    getretene UN-Kinderrechtskonvention
    (Übereinkommen über die Rechte des Kindes)
    bis heute kaum bekannt ist noch in die Praxis
    umgesetzt wurde.

    Wenn Erwachsenen heute egal ist was mit Kindern passiert, wird denen später einmal egal sein, was mit den Generationen ihrer Eltern und Großeltern passiert!!!

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  2. Grundsätzlich richtig was du schreibst carolin. Es ist sicher zuviel in diese Richtung gedacht und gehandelt worden. Ich denke aber auch das es besser geworden ist in den letzten Jahren. Das wichtigste was ich meinen Kindern beibringen will ist das sie möglichst früh lernen eigenständig zu denken und demnach auch zu handeln. Nicht gegen meine Eltern. ..aber ich selbst habe es leider etwas zu spät gelernt und auf einer basis 😉

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    • Ich denke auch: es formt sich um. Trotzdem lassen sich die meisten Menschen von Angst beherrschen und leiten, ob aus Politik oder sonst woher. Daher kommt auch das mangenlde Vertrauen, das Fehlen von Eigenverantwortung.

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  3. Ich bin vom Titel ‚Muster und Kategorien‘ inspiriert worden nochmal meine abgerissenen Zeit-Kalenderblättchen durchzugehen. Da war ein schöner Text: „In einem anheimelnden Küche zu sitzen, beim Steinpilzrisotto mit einer Jägerin, die zugleich Vegetarierin ist, und zu erkennen, dass Schubladen für Sachen und nicht für Menschen gedacht sind.“
    Auf der anderen Seite braucht unser Gehirn Denkmuster und Schemata damit es leichter arbeiten kann. Wir wären schlicht überfordert, wenn es nicht so wäre. Aber es ist immer gut sich immer wieder zu hinterfragen, ob es einen Sinn macht, das was man tut oder weitergibt.

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    • Ja, du sprichst mir aus der Seele! Das Hinterfragen ist wichtig: ist es noch sinnvoll für mich? Oft bemerke ich, dass viele alte Denkmuster kaum noch wirken, im Gegenteil eher die Eigenentwicklung behindern. Gerade der Sicherheitsgedanke, der aus früheren Jahren aufgrund Krieg etc. aufkam ist heute ein anderer als früher! Oft höre ich: „mach das so…, das haben wir auch so getan. Das war gut.“ – Das WAR gut. Heute spüre ich vieles passt da einfach nicht mehr.

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  4. Liebe Carolin – gute Frage(n)! Ich denke auch das Schlüsselwort ist fehlenden Vertrauen und um Sicherheit – auch für sich selbst – zu schaffen schaffen wir uns Leitlinien, an denen wir uns entlang hangeln können – ohne zu Erkennen, dass das noch keinen doppelten Boden darstellt und der Fall tief sein kann ohne Vertrauen. Und so reihe ich mich auch in die Zitate ein:

    „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
    – J. W. von Goethe

    Und ich ergänze noch um ein drittes: LIEBE – denn ohne Liebe ist alles Nichts!

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    • Das Zitat ist klasse! Ich verstehe wie schwierig es ist für Eltern „loszulassen“, aber das Vertrauen in sich selbst stärken ist bestimmt hilfreich, um zu sehen, dass das der Schlüssel ist für die Eigenentwicklung. Ich merke selbst gerade, dass jeder seinen eigenen Weg geht und wir uns aus alten Denkweisen oft schwer lösen, weil wir diese vermeintliche „Sicherheit“ kennen.

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